Categorized | Story ideas

Die Regionalwahlen…

…sind in aller Zeitungen im kleinen Frankreich. Der erste Wahlgang fand nämlich am gestrigen Sonntag statt. Dessen Ergebnisse kurz gefasst: der rechtsradikale Front National (FN) gewinnt kräftig hinzu, die Sozialisten lassen die Regierungspartei UMP hinter sich und mit 53,6 Prozent der Wahlberechtigten sprengen die Nichtwähler alle Enthaltungsrekorde bisheriger Regionalwahlen.

****

Jean-Marie Le Pen’s radikale Partei FN schafft es in zehn Regionen in den zweiten Wahlgang – also über die vorgeschriebene 10-Prozent-Hürde. Damit liegt er zwar unter seinem Ergebnis der letzten Regionalwahl 2004, jedoch deutlich über den mageren Ergebnissen der letzten Parlaments- und der Europawahlen. Grund für den erneuten Rechtsruck sind wahrscheinlich die Wirtschaftskrise, die Enttäuschung über Nicolas Sarkozys Politik und den jugendlichen Anstrich den Le Pens Tochter Marine der Partei zu verleihen vermag.

Doch auch die Oppositionspartei Parti Socialiste (PS) kann die Champagner-Korken (erstmal) knallen lassen: Sie hat in 13 der 22 Regionen einen ersten Platz ergattern können. Am frühen Abend geben die Sozialisten daraufhin einen “nationalen Pakt mit den Grßnen” bekannt, der überall außer in der Bretagne gelten soll. Eine Meldung, die Europe Ecologie wenig später dementiert. Der Grünen-Politiker Daniel Cohn-Bendit spricht in der Internetsendung “Le Talk” der Tageszeitung Le Figaro von “Spannungen zwischen den beiden Parteien bei der Zusammenstellung der Listen für den zweiten Wahlgang”. Die Sozialisten würden den Begriff “Partenariat” wohl nicht verstehen.

Die Regierungspartie UMP hingegen gibt sich trotz des nur leichten Vorsprungs in neun der 20 Regionen nicht geschlagen: “Das Votum war keine Abstrafung der Regierung, denn die Franzosen haben nicht massenweise den Weg zur Wahlurne gemacht, um gegen uns zu stimmen“, sagte Nicolas Sarkozy Sonntag Abend. In der kommenden Woche will der Präsident sich so darauf konzentrieren, die Wahlmuffel zu motivieren, das ökologische Engagement seiner Partei in den Vordergrund zu stellen und den FN-Wählern klar zu machen, dass “eine Stimme für den FN eine Stimme für die PS ist”.

Doch das regierungsnahe Blatt stellt gleichzeitig heraus, dass keiner der 20 Minister, die bei der Wahl antreten, seine Liste im zweiten Wahlgang gewinnen sehen sollte – in einem Artikel, der den Titel “Minister im Schlamassel” trägt. Denn selbst wenn der Präsident eine komplette Neuformung der Regierung nach den Wahlen ausgeschlossen hat, sprach er doch von eventuellen, kleinen Änderungen in deren Zusammensetzung…

LL.

This post was written by:

- who has written 16 posts on Lisa Louis – Journalist in Paris.


Contact the author

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.

Advert